Motor FM Club@Schocken

Party : Motor FM Club@Schocken

Live: Photonensurfer

Sa. 29. April 2006

21 Uhr

Whole house

»Nur weil es so schon immer war, werden die Lügen auch nicht wahr. Ein solches Ende wär nicht das erste Mal.....« (Neue Weltordnung) Neugierige Leute tun vieles, damit ihnen ein Licht aufgeht. Manche gehen in die Distanz, einige erforschen Details, andere wiederum schreiben Lieder auf, und einer hat alle drei Dinge gleichzeitig, durch- und nacheinander getan und tut sie immer noch.

Name: Dirk Jahrens. Geboren in Berlin-Weißensee. Mutter: Apothekerin. Vater: LKW-Fahrer. Hobbies (als Kind): Singen. Fernweh. (als Erwachsener): Singen.

Biophotonen-Forschung. »Schon mit zehn Jahren wollte ich aus der DDR weg«, sagt Dirk, »ich wollte wissen, was hinter der Grenze liegt.« Er stellte Fragen und eckte an. Er flog aus dem Staatsbürgerkundeunterricht, durfte nicht studieren, weil er den Dienst in der Nationalen Volksarmee verweigerte. Die Eltern spendierten Dirk eine private Musikschule, er schrieb mit seinem Kumpel Thorsten (Rehmet) Songs, und er träumte von England, dem Mutterland der Popmusik, von London. Mit sechzehn stellte Dirk seinen ersten Ausreiseantrag. Jahre später – inzwischen im Westen: »Wenn Du plötzlich Farben siehst, willst Du Dein Leben bunt streichen. Natürlich habe ich mich in der neuen Welt erstmal verheddert.« Doch dann sah er wieder klar und zwar einmal quer über den Kanal: England.

Mit Thorsten zog er nach London und lebte dort wie viele andere Engländer oder Künstler aus aller Welt auch: Ständig arm, mehrere Jobs gleichzeitig, in zu kleinen Zimmern mit zu großen Träumen. Die beiden spielten in Bands, lernten Englisch und waren glücklich: Ihr Traum war Wirklichkeit geworden. Mit der Zeit und der Musik kamen die Kontakte, das Wissen um die richtigen Clubs, die richtigen Treffpunkte. Die beiden Jungs aus Ostberlin schrieben Songs – auf Englisch. Beinahe hätten sie mit ihrer Band bei Mute Records unterschrieben, doch der Deal platzte, dann waren sie bei einer anderen Plattenfirma unter Vertrag, die ging pleite. Trotz aller Rückschläge machten sie weiter Musik. In London.

Dort, aus der Distanz, betrachtete Dirk das Deutschsein. Die Sprache, die hängende Haltung, den Habitus. Wie die Engländer die Deutschen sahen. Und sich selbst, plötzlich mit englischer Höflichkeit und dafür ohne Muttersprache. Irgendwann wurde ihm klar, daß er deutsch singen wollte. »Ich wollte verändern, deswegen musste ich etwas besser machen, etwas anders machen,« sagt er. Aufgrund der Krankheit seines Vaters kehrte er zurück nach Berlin. Thorsten klinkte sich aus, der Kontakt brach ab. Dirk baute ein kleines Studio, zog sich zurück, schrieb ein halbes Jahr lang nichts als Songs, auf deutsch, allein. »Meine Rückkehr war für mich ein Neuanfang. Ich hab in London viel gelernt, vor allem meine Naivität abzustreifen,« erinnert er sich. Vielleicht kommt aus dieser Zeit der Zäsur seine ureigene Art mit Sprache umzugehen, zu singen, zu reimen. Manchmal hat man das Gefühl (wie etwa bei »Sterne«) seine Stimme sei mehr Instrument als alles andere, denn sie phrasiert dort wo es Wort UND Musik erfordern. Allein produzierte er zunächst Demos, bot sie an, erhielt erste Angebote, verwarf sie, lernte sein Berliner Management kennen, schließt einen Vertrag mit dem Label Motor und entwickelte gemeinsam ein langfristiges Konzept, das auf zwei Dingen beruht: miteinander wachsen und gemeinsam ankommen. Er wurde zum Photonensurfer.

Trotzdem brauchte er noch eine Band. Er holte seinen Freund, Gitarrist und Co-Songwriter Thorsten Rehmet zurück, fand in Dominik Henn einen Bassisten, in Tom Wischer einen Schlagzeuger. Gemeinsam fuhren sie in die Provinz, nach Laubenheim an der Nahe, und nahmen im Ultraton-Studio das erste Album auf.

Die nationale und internationale Produzenten-Riege zeigte sich beeindruckt von der ungewöhnlichen Mischung aus UK-Sound, deutschen Texten und Dirks Stimme. Produzent Ronald Prent beriet bei der Aufnahme und machte den Mix in den belgischen Galaxy-Studios.

Die Gleichung klingt kompliziert ist aber wissenschaftlich korrekt: Photonen = Quanten = Energie-Pakete = Licht, das uns umgibt und aus unseren Zellen strahlt. Es gibt Forscher, allen voran ein gewisser Dr. Popp, die herausgefunden haben, dass unsere Zellen mittels Licht miteinander kommunizieren und dass auf diese Weise eine eigenständige Ordnung im Körper und womöglich im Universum entsteht. Ergründet hat das Geheimnis der (Bio-)Photonenstrahlung bisher noch niemand, jedenfalls nicht vollständig.

Wie schon gesagt: Neugierige Leute tun vieles, damit ihnen ein Licht aufgeht. Und das ist im Fall der Photonensurfer ein guter Weg. »So lasst uns einfach vorwärts gehen und unsre Wege neu ersehen. Denn wie es war und ist kann’s nicht weitergehn.«

photonensurfer

APR06

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