Two Gallants

Konzert : Two Gallants

Support: Eric Bachmann

Mi. 6. Dezember 2006

21 Uhr

1st Floor

Tausende von Meilen streiften TWO GALLANTS umher, durch Landkreise und ganze Kontinente, um what the toll tells zu machen. Ihr zweites Album quillt geradezu über vor lebensüberdrüssigem Geschichtenerzählen und musikalischer Fingerfertigkeit, jene Art, die herrührt von Reisen, Verlust und Triumph, verbunden mit einer ungewöhnlichen Neigung zu Literatur und Mythos. Aber alles beginnt und endet mit ihrem Zuhause, den Straßen von San Francisco.
Adam Stephens und Tyson Vogel sind dicke Freunde und das schon seit der ersten Klasse. Ihre allerersten Auftritte hatten sie an Straßenecken im Mission District, einem der ältesten und lebhaftesten Stadtteile San Franciscos. Man stelle sich Tyson vor, wie manisch auf einen umgestülpten Eimer einprügelnd. Vielleicht rührt daher auch seine unorthodoxe Spielweise. Dort jedenfalls, vor der S-Bahn Station an der 16ten Strasse, verdiente sich die Band erstmals die Aufmerksamkeit eines Publikums. Ein hispanisch geprägtes Viertel übrigens mit einer Vielzahl lateinamerikanischer Einwanderer. Scheinbar ein Einfluss, der sich auch auf Platte geschlichen hat. Auf „Las Cruces Jail“ kann man förmlich den Wind fegen hören über die mexikanische Hazienda, obwohl sie könnte auch in Texas liegen. Wie dem auch sei. Sowohl Tyson als auch Adam sind noch in ihren frühen 20ern, doch zuviel Signifikanz sollte man dieser Tatsache nicht beimessen. Also schreiten sie fort auf ihrem Pfad, bescheiden und ihre Musik wie ein Leuchtfeuer vor sich her schwenkend.
Es ist ein Stil, der sich aufs Wesentliche beschränkt, der nur wenig Schnörkel vorsieht, wo jedes Element eine bestimmten Zweck verfolgt: zwei Stimmen, Gitarren, Schlagzeug und eine Mundharmonika. Overdubs und Gastmusiker bleiben die Ausnahme. Mit diesen schlanken Arrangements legen TWO GALLANTS tausend Geschichten offen, eine
verwirrende Zeitlosigkeit und eine mächtige Weite an Emotionen.
Innerhalb kürzester Zeit erspielten sie sich eine treue Anhängerschaft, so daß ihnen ihr Ruf schon bald vorauseilte. Fertigten sie Ihre CDs anfangs noch selbst und verteilten sie auf Konzerten, erklärte sich Alive Records, ein kleines Label aus Burbank, CA schon bald bereit, ihr Debütalbum The Throes auf nationaler Ebene herauszubringen.
So war es nicht weiter verwunderlich, daß auch England auf die Band aufmerksam wurde: der NME lobte deren Auftritt beim letzten SXSW-Festival, während der Rough Trade-Record Store in London The Throes zum ersten großen Album 2005 kürte und es erst kürzlich in seine Liste der 20 besten Alben des Jahres aufnahm. Den ersten Kontakt mit dem britischen Publikum hatten TWO GALLANTS auf den berühmten Leeds- und Reading-Festivals, auf denen sie vor Hunderten von Zuschauern spielten.
Eine zufällige Begegnung mit Shane MacGowan in einem Pub im Norden von London führte zu spätnächtlicher, biergetränkter Katzenmusik. Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.
Aufgrund der Qualität ihres Debüts und ihrer fesselnden Liveauftritte nahm das Label Saddle Creek sie unter Vertrag, auf dem sie nun im Februar ihr neues Werk what the toll tells veröffentlichen werden. Aufgenommen wurde es von Scott Solter (SPOON, MOUNTAIN GOATES, John Vanderslice) im San Franciscoer Tiny Telephone Studio, das für seine einzigartige Qualität und Authentizität schon bekannt ist. What the toll tells führt das weiter, was schon auf The Throes zu hören war und geht sogar noch einen Schritt weiter: ein besonderes Gespür für Schmerz und Humor, ein einfühlsames Händchen für Melodien und Lärm. Die fast lässig eindringlichen Hooks, das sich durch präzise Beobachtungen auszeichnende Songwriting und das verworrene Zusammenspiel sind erhalten geblieben, erscheinen jedoch in einem ausgereifteren Gewand und einer neuen Tiefe.
Während das epische Klagelied "Waves of Grain" wie ein langsamer Herzschmerz Walzer tanzend die 9 Minuten Marke überschreitet, entlädt sich "16th St. Dozens", eines der ersten von der Band geschriebenen Lieder, in einer schnellen, kurzen Explosion. In "Las
Cruces Jail", der countryesk-punkigen ersten Singleauskoppelung des Albums, erzählt Adam aus der Ich-Perspektive von einem Gesetzeslosen, der am Galgen hängt und stimmt in "Age of Assassins" einen hinreißenden Lobgesang an auf Kämpfe und Zankereien. Tyson hingegen mag sich als der Cassius Clay des Schlagzeugspiels herausstellen, mit seinen immer lauter werdenden Schlägen auf die Trommeln, mit seinem flinken stechenden Spiel. Zu hören im giftigen „Long Summer Day“ oder dem entzückend versoffenen „Steady Rollin’“. Die Boxmetapher ist durchaus passend gewählt – wenn dieses Duo in den Ring steigt, gibt es sowohl ein Mit- als auch ein Gegeneinander, ein Wechselspiel aus Schönheit und Gewalt. What the toll tells erfordert ein wenig Geduld und emotionale Hingabe. Hochgradig belohnt wird man mit einem neuen Verständnis und einem wiedergewonnenen Glauben an "kickass folk music". Will da heißen, Musik gemacht von Leuten.
Diese Leute, TWO GALLANTS, haben sich seit Jahren gehabt. Mit What the toll tells geben sie nun ein wenig von sich selbst an uns.

www.twogallants.com

DEZ06

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